Die Nationale Umweltbehörde Singapurs (NEA) benachrichtigte am 23. Oktober 2026 10 im Land registrierte Unternehmen, um Informationen über ihre Landkonzessionen in Indonesien, ihre Unternehmensbeziehungen sowie die ergriffenen Maßnahmen zur Verhütung oder Bekämpfung von Bränden einzuholen. Die Maßnahme ist Teil der Untersuchung des grenzüberschreitenden Rauchs, der Singapur beeinträchtigt, und erfolgte nach Section 10 des Gesetzes über grenzüberschreitende Rauchverschmutzung (THPA).
Zu den benachrichtigten Unternehmen zählen Wilmar International und Asia Pulp & Paper (APP). Die NEA erklärte, dass die Unternehmen im Palmöl- oder Forstwirtschaftssektor tätig sind und Konzessionen in Indonesien besitzen oder mit Unternehmen verbunden sind, die solche Konzessionen besitzen.
Welche Informationen die NEA anfordert
Die Benachrichtigungen verlangen Unterlagen und Informationen zu den Verbindungen der Unternehmen mit verbundenen Gesellschaften in Singapur und Indonesien, zum Standort der Konzessionen sowie zu den Maßnahmen zur Brandverhütung und -bekämpfung während der Trockenzeit. Die Behörde will den Sachverhalt feststellen und ermitteln, ob ein Unternehmen zur Rauchverschmutzung beigetragen hat; die Benachrichtigung allein belegt keine Verantwortlichkeit.
Die zehn genannten Unternehmen sind Asia Pulp & Paper Company, Asia Pulp & Paper Company (China), Bumitama Agri, Golden Agri International, First Resources, Indofood Agri Resources, Kencana Agri, TSH Global Plantation, TSH Oversea und Wilmar International.
Ein anderer Rechtsweg für Unternehmen in Indonesien
Die Maßnahme gegen die in Singapur registrierten Unternehmen kommt zu vorbeugenden Benachrichtigungen hinzu, die die NEA an 10 indonesische Unternehmen geschickt hat: sieben wegen Bränden auf Sumatra am 16. Oktober und drei wegen Bränden in Kalimantan am 19. Oktober.
Diese nach Section 9 des THPA erlassenen Benachrichtigungen verlangen, auf eigenem oder genutztem Gelände Löschpersonal einzusetzen, Brandrodungen einzustellen oder nicht zu beginnen und Pläne zur Löschung der Brände oder zur Verhinderung ihrer Ausbreitung oder Wiederholung vorzulegen. Die NEA forderte außerdem Informationen zu den Bränden auf den Konzessionsflächen, den ergriffenen Maßnahmen und den Unternehmensverbindungen an. Es handelt sich um unterschiedliche Instrumente: Mitteilungen nach Section 9 legen vorbeugende Maßnahmen fest, während Mitteilungen nach Section 10 Unterlagen und Informationen anfordern.
Folgen bei Nichtbeantwortung und Koordinierung der Untersuchung
Laut einem Bericht von The Straits Times kann die Nichtbefolgung einer Benachrichtigung nach Section 10 für Unternehmensvertreter eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Singapur-Dollar, eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Monat oder beides nach sich ziehen. Die genannte Sanktion betrifft die Nichtbefolgung der Informationsanfrage; sie ist keine Verurteilung wegen der Verursachung des Rauchs.
Unabhängig davon gab das Justizministerium bekannt, dass Davinder Singh Chambers die Regierung bei der Koordinierung grenzüberschreitender Auskunftsersuchen und Untersuchungen beraten wird. Zudem ist die Einrichtung eines Fachgremiums mit Anwaltskanzleien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Ermittlungsunternehmen vorgesehen, das die Geschäftstätigkeit, Unternehmensbeziehungen und Lieferketten von Unternehmen untersuchen soll, die von den Behörden identifiziert wurden.
Die Ministerin für Nachhaltigkeit und Umwelt, Grace Fu, bezeichnete die Initiative als einen Schritt zur Feststellung des Sachverhalts und zur Beweissammlung. Sie sagte, die Regierung werde die Verbindungen zwischen Unternehmen in Singapur und Indonesien prüfen und den Beweisen nachgehen, um festzustellen, ob Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Die Untersuchung soll somit die relevanten Verbindungen und Handlungen aufklären; jede Schlussfolgerung zur Verantwortlichkeit hängt von den Beweisen und dem geltenden Rechtsverfahren ab.