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So berechnen Sie die Gesamtbetriebskosten einer Unternehmenssoftware

Die TCO umfassen mehr als Lizenzen und Gebühren: Dazu zählen Implementierung, Infrastruktur, Wartung, Arbeitszeit und Ausstieg. Erfahren Sie, wie Sie die Kosten über den gesamten Lebenszyklus schätzen und mit dem erwarteten Nutzen vergleichen.

Draufsicht auf einen schwarzen Taschenrechner auf einem gelben Notizblock, neben den senkrecht angeordneten Buchstaben „TAXES“.
Archivbild; zeigt nicht das berichtete Ereignis · Top-down view of a calculator on a yellow notepad with 'TAXES' spelled out beside. · Foto de Tara Winstead en Pexels · Pexels License

Was die TCO messen und warum sie wichtig sind

Die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) schätzen, wie viel es kostet, eine Software während eines festgelegten Zeitraums zu erwerben, zu implementieren, zu betreiben, zu warten und außer Betrieb zu nehmen. Sie entsprechen weder dem Lizenzpreis noch der monatlichen Gebühr: Berücksichtigt werden auch indirekte Kosten, etwa die Stunden, die das Team für die Datenmigration oder das Erlernen eines neuen Werkzeugs aufwendet.

Für ein kleines oder mittleres Unternehmen ermöglicht die Berechnung, Alternativen mit unterschiedlichen Zahlungsmodellen zu vergleichen – zum Beispiel ein SaaS-Abonnement und eine Lösung, die auf den eigenen Servern installiert wird – und Ausgaben vorherzusehen, die erst nach dem Kauf anfallen können. Das Ergebnis hängt von der Software, der Architektur, der Nutzung und dem Betrachtungszeitraum ab. Deshalb gibt es keinen allgemeingültigen Prozentsatz, der für alle Projekte passt.

Fünf Kostenblöcke für eine strukturierte Berechnung

Eine praktische Möglichkeit, das Budget vorzubereiten, besteht darin, die Posten in fünf Blöcke aufzuteilen. Die folgenden von BigBoc veröffentlichten Spannen beziehen sich auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Sie dienen zur Orientierung und beschreiben eine typische Verteilung bei bestimmten Projekten; sie sind keine Regel, die für jedes Unternehmen gilt. Vergleichen Sie sie mit Angeboten und den eigenen Kosten.

Block Zu berücksichtigende Posten Orientierungsbereich über fünf Jahre
Entwicklung und Implementierung Design, Entwicklung oder Konfiguration, Tests, Bereitstellung und Integrationen 40–55%
Wartung und Weiterentwicklung Fehlerbehebungen, Updates, Support und Verbesserungen 25–35%
Infrastruktur und Drittanbieter Cloud oder Server, Speicher, Datenbanken und verbundene Dienste 8–15%
Interne Einführung Schulungen, Datenmigration und Arbeitszeit der Mitarbeitenden 5–12%
Ausstieg Datenexport, Ersatz oder Außerbetriebnahme des Systems 3–8%

Die Prozentsätze ergeben nicht unbedingt ein exaktes Budget: Es sind ungefähre Spannen, die je nach Abgrenzung der einzelnen Blöcke variieren können. Verwenden Sie sie als Checkliste und nicht als Ersatz für eine detaillierte Schätzung.

1. Entwicklung und Implementierung

Berücksichtigen Sie die Kosten für den Erwerb oder die Entwicklung der Lösung und dafür, sie betriebsbereit zu machen. Beziehen Sie anfängliche Lizenzkosten, Konfiguration, Tests, Integrationen, Migration und gegebenenfalls neue Hardware ein. Bei einem maßgeschneiderten Projekt kommen Design und Entwicklung hinzu; bei einer kommerziellen Lösung sollten Sie auch die Bereitstellungsgebühren und Lizenzbedingungen prüfen.

Schätzen Sie, wie viele Personen von Anfang an Zugriff benötigen und wie sich diese Zahl verändern könnte. Ein Abonnement pro Nutzer kann mit der Belegschaft wachsen, während bei einer unbefristeten Lizenz andere Support- und Updatekosten anfallen können. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Kaufangebot die gesamte Installation abdeckt: Lassen Sie genau aufschlüsseln, was enthalten ist und was nicht.

2. Wartung und Weiterentwicklung

Planen Sie Support, Updates, Fehlerbehebungen und die Änderungen ein, die erforderlich sind, um die Software mit sich weiterentwickelnden Prozessen, Systemen und Anforderungen kompatibel zu halten. BigBoc nennt für verschiedene Anwendungsarten jährliche Wartungskosten von 10–25% der Anfangsinvestition als Richtwert; je nach Lösung können sie variieren. Das ist weder ein standardisierter Tarif noch ein garantierter Wert: Für die Schätzung der tatsächlichen Ausgaben sind der Vertrag und das Servicelevel maßgeblich.

Trennen Sie die wiederkehrende Wartung von optionalen Verbesserungen. Prüfen Sie außerdem, ob der Support im Abonnement enthalten ist oder separat berechnet wird, wie lange der Vertrag läuft und welche Bedingungen für Verlängerungen gelten.

3. Infrastruktur und Dienste von Drittanbietern

Berücksichtigen Sie bei einer lokalen Lösung Server, Speicher, Netzwerk, Strom und gegebenenfalls Kühlung und Räumlichkeiten. Schätzen Sie bei einer Cloud-Lösung die Gebühren anhand des erwarteten Verbrauchs, des Speicherbedarfs und der Datenübertragungen. Fügen Sie externe Dienste hinzu, die das System benötigt, etwa E-Mail, Messaging oder Zahlungsabwicklung.

Die Kosten können variabel sein: Nutzung, Architektur und Datenwachstum wirken sich auf die Rechnung aus. IBM weist darauf hin, dass bei Cloud-Diensten auch verbrauchsabhängige Gebühren oder Kosten für den Datentransfer anfallen können, ebenso wie Ausgaben für die Verbesserung der Verbindung zwischen lokalen Systemen und der Cloud. Bitten Sie den Anbieter um eine Aufschlüsselung der Abrechnungseinheiten und modellieren Sie unterschiedliche Nutzungsszenarien, statt eine anfängliche Gebühr hochzurechnen, ohne ihre Grenzen zu prüfen.

4. Einführung und Arbeitszeit des Teams

Schulung und Migration machen nur einen Teil der internen Kosten aus. Hinzukommen können Arbeitsstunden von Verantwortlichen, die Anforderungen festlegen, Ergebnisse prüfen, Daten bereinigen und Kolleginnen und Kollegen während der Umstellung unterstützen. Muss der alte Betrieb während der Einführung des neuen Systems weiterlaufen, beziehen Sie auch diesen Zeitraum mit paralleler Arbeit ein.

Ermitteln Sie für die Schätzung die beteiligten Rollen, die voraussichtlichen Arbeitsstunden und den Zeitraum, in dem sie anfallen. Multiplizieren Sie die Stunden mit einem geeigneten internen Arbeitskostensatz für die Planung. Auch wenn dafür keine Rechnung des Anbieters ausgestellt wird, beansprucht die Arbeitszeit des Personals Kapazitäten, die das Unternehmen für das Projekt einsetzt.

5. Ausstieg und Ersatz

Der Lebenszyklus endet nicht mit der letzten Wartungsrechnung. Bewerten Sie, wie die Daten exportiert werden, welche Unterstützung der Anbieter beim Übergang leistet und welcher Aufwand für den Ersatz oder die Außerbetriebnahme des Systems anfallen könnte. Wenn für Datenübertragung oder -extraktion Gebühren gelten, beziehen Sie diese Bedingungen in die Berechnung ein.

Wer den Ausstieg frühzeitig prüft, kann Verträge besser vergleichen und weiß, welche Optionen bei veränderten Anforderungen verfügbar sind. Die Kosten hängen von der Datenportabilität, den Integrationen und dem Grad der Abhängigkeit vom Anbieter ab; die verfügbaren Quellen erlauben es nicht, diesem Block einen allgemeinen Betrag zuzuordnen.

Illustration einer offenen Kiste, umgeben von Symbolen für Datenbanken, ein Zahnrad, einen Laptop mit einer Wolke, Server, einen Schraubenschlüssel, eine Personengruppe und eine Tür mit Ausgangspfeil; darunter eine Zeitleiste mit mehreren Markierungen.
Mit KI erzeugte konzeptuelle Illustration · Edition Business

Eine einfache Formel für den Einstieg

Legen Sie zunächst den Betrachtungszeitraum fest – zum Beispiel drei oder fünf Jahre – und bestimmen Sie den Umfang der Berechnung. Addieren Sie anschließend die direkten und indirekten Kosten, die in diesem Zeitraum voraussichtlich anfallen:

TCO = Implementierung + Lizenzen oder Abonnements + Wartung + Infrastruktur und externe Dienste + interne Kosten + Ausstieg

Vermeiden Sie, denselben Posten doppelt zu zählen: Prüfen Sie zum Beispiel, ob der Support bereits im Abonnement enthalten ist oder ob die Migration Teil der beauftragten Implementierung ist. Erfassen Sie für jeden Posten den Betrag, die Häufigkeit, den Zeitraum und die zugrunde gelegte Annahme. Hängen Ausgaben von der Nutzung ab, dokumentieren Sie das geschätzte Volumen und erstellen Sie Szenarien für eine geringe, erwartete und hohe Nutzung.

Veranschaulichendes Beispiel über fünf Jahre

BigBoc stellt den Fall einer maßgeschneiderten Webplattform mit Entwicklungskosten von 60.000 USD vor. In diesem Beispiel belaufen sich die Wartungskosten auf 48.600 USD, die Infrastruktur auf 21.000 USD, die Dienste von Drittanbietern auf 12.000 USD und die Kosten für die interne Einführung auf 13.000 USD. Die berechneten Gesamtkosten betragen 154.600 USD über fünf Jahre.

Die Zahl veranschaulicht, wie die kumulierten Kosten vom Entwicklungsbudget abweichen können, ist aber keine Prognose für andere Unternehmen. Sie hängt von den in diesem Fall verwendeten Annahmen zu Wartung, Infrastruktur, Drittanbietern und interner Einführung ab. Bevor Sie ein Beispiel als Richtwert verwenden, ersetzen Sie jeden Betrag durch Angaben aus Ihrem Vertrag, Angeboten und dem geplanten Betrieb.

Von den Kosten zum Nutzen: den ROI berücksichtigen

Die TCO schätzen die Kosten; für sich genommen entscheiden sie nicht, ob sich ein Kauf lohnt. Um die Investition zu bewerten, vergleichen Sie sie mit belegbaren Vorteilen, etwa eingesparten Arbeitsstunden, weniger doppelten Aufgaben oder Produktivitätssteigerungen. TIC Portal beschreibt den Return on Investment (ROI) als eine Kennzahl, die Kosten und Nutzen in Beziehung setzt. Wie sich diese Vorteile beziffern lassen, hängt vom Projekt und den verfügbaren Daten ab.

Trennen Sie messbare Vorteile von Erwartungen. Hängen Einsparungen davon ab, dass das Team das Werkzeug annimmt oder Prozesse neu gestaltet werden, benennen Sie diese Voraussetzung und den geschätzten Zeitraum. Eine nützliche Bewertung weist sowohl die Gesamtkosten als auch die Annahmen aus, von denen der erwartete Nutzen abhängt.

Checkliste vor der Budgetfreigabe

  • Legen Sie den Betrachtungszeitraum und die einbezogenen Dienste oder Teams fest.
  • Lassen Sie Lizenzen, Implementierung, Support und Verlängerungen aufschlüsseln.
  • Schätzen Sie Nutzerzahl, Cloud-Verbrauch, Speicherbedarf und Integrationen.
  • Erfassen Sie die internen Arbeitsstunden für Planung, Tests, Schulung und Migration.
  • Berücksichtigen Sie Wartung, Updates und mögliche Übergangskosten.
  • Dokumentieren Sie die Annahmen und überprüfen Sie die Berechnung, wenn sich die Nutzung oder der Vertrag ändert.
  • Vergleichen Sie Alternativen über denselben Zeitraum und mit demselben Umfang und stellen Sie die TCO überprüfbaren Vorteilen gegenüber.

Eine transparente Berechnung beseitigt die Unsicherheit nicht, macht aber deutlich, woher die Kosten kommen und welche Fragen geklärt werden müssen, bevor das Budget gebunden wird.

Quellen und Methodik

  1. Coste Total de Propiedad de un proyecto TIC ↗www.ticportal.es
  2. Cómo calcular el TCO del software empresarial - CIO ↗www.cio.com
  3. ¿Qué es el coste total de propiedad (TCO)? ↗www.ibm.com
  4. Costo Total de Propiedad del Software: Lo Que No Está en la ... ↗bigboc.com
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