Die Aktien von Volvo Cars fielen am Freitag, dem 23. Oktober, zu Handelsbeginn um 27 %, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, weltweit rund 2.500 Stellen abzubauen und zusätzlich 5 Milliarden schwedische Kronen einzusparen, was etwa 450 Millionen Euro entspricht. Von den betroffenen Stellen befinden sich 2.000 in Schweden.
Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenderen Plans zur Senkung der indirekten Ausgaben und der variablen Kosten. Volvo Cars rechnet damit, dass die Maßnahmen Ende 2027 ihre volle finanzielle Wirkung entfalten. Dann sollen die gesamten indirekten Ausgaben fast 25 % unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2024 liegen.
Schrittweiser Abbau von Personal und Kosten
Das Unternehmen zieht mehrere Wege in Betracht, um Stellen abzubauen: Beratungsverträge auslaufen zu lassen, einen Teil der Vakanzen durch natürliche Fluktuation abzudecken und ausgewählten Beschäftigten Abfindungspakete anzubieten. In der Ankündigung wird nicht aufgeschlüsselt, wie viele Stellen über die einzelnen Maßnahmen wegfallen sollen.
Die angekündigten Einsparungen kommen zu weiteren Kostensenkungsprogrammen hinzu, die Volvo Cars bereits umsetzt. Dem vorgesehenen Zeitplan zufolge werden die Einsparungen nicht sofort vollständig wirksam: Das Unternehmen erwartet die volle Wirkung erst Ende 2027.
Der Präsident und Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson brachte die Entscheidung mit den schwachen Verkaufszahlen in Verbindung. „Kurzfristig müssen wir angesichts sehr geringer Verkaufsvolumina unseren Erholungsplan durch weitere entschlossene Maßnahmen stärken, unseren Break-even-Punkt senken und den Cashflow verbessern, um unsere Widerstandsfähigkeit zu erhöhen“, sagte er.
Betriebsverluste und Druck in wichtigen Märkten
Der Stellenabbau folgt auf ein schwaches drittes Quartal. Volvo Cars verzeichnete einen Betriebsverlust von 5,6 Milliarden schwedischen Kronen, verglichen mit einem Betriebsgewinn von 6,4 Milliarden im Vorjahr. Der Quartalsumsatz sank von 86,4 Milliarden auf 66,9 Milliarden Kronen. Die Fahrzeugverkäufe gingen im Jahresvergleich um 11 % auf 141.609 Einheiten zurück.
Besonders stark war der Druck in China, wo der Umsatz des Unternehmens den veröffentlichten Angaben zufolge im Jahresvergleich um fast die Hälfte zurückging. Volvo Cars führte die Verschlechterung auf den Wettbewerb durch neue chinesische Marken und den Preisdruck zurück. In den USA belasteten Zölle und der Wegfall von Kaufanreizen für Käufer elektrifizierter Fahrzeuge die Margen.
Europa und Südamerika verzeichneten dagegen in den ersten neun Monaten des Jahres ein Umsatzwachstum. Den veröffentlichten regionalen Zahlen zufolge betrug das Wachstum in beiden Regionen jeweils 8 %. Dem standen Rückgänge von 29 % in Asien und 3 % in Nordamerika gegenüber. In diesem Monat nahm das Unternehmen seine Jahresprognosen für Absatzvolumen und Cashflow zurück.
Was der Kursrückgang widerspiegelt
Der Rückgang um 27 % beschreibt die Reaktion der Aktie zu Handelsbeginn. Für sich genommen lässt sich daraus jedoch weder ableiten, welche konkreten Faktoren die Bewegung erklären, noch wie sich der Kurs weiterentwickeln wird. Die Ankündigung der Einsparungen fiel mit Anzeichen operativen Drucks zusammen: Quartalsverluste, geringere Verkäufe und Schwierigkeiten in wichtigen Märkten.
Für Unternehmen der Branche macht der Fall den Unterschied zwischen dem Ankündigen eines Kostensenkungsziels und dessen Umsetzung in Geschäftsergebnisse deutlich. Bei Volvo Cars erstreckt sich die Umsetzung nach dem mitgeteilten Zeitplan bis Ende 2027. Die Entwicklung von Absatz, Margen und Cashflow wird entscheidend sein, um die Wirkung des Plans zu beurteilen. In den verfügbaren Angaben hat das Unternehmen weder die Einsparungen nach einzelnen Maßnahmen aufgeschlüsselt noch einen detaillierten Zeitplan für den Stellenabbau veröffentlicht.