Neue Führung für den Ausbau von Marcel
Publicis Groupe hat Scott Hagedorn zum ersten CEO von Marcel, seiner KI-gestützten Aktivierungsplattform, und Sam Levine Archer zur Chief Strategy Officer ernannt. Beide übernehmen die neuen Positionen und behalten zugleich ihre bisherigen Aufgaben im Konzern: Hagedorn als Chief Solutions Architect und Levine Archer als Chief Solutions Officer.
Das Team wird 400 Personen in verschiedenen Märkten beaufsichtigen und das Angebot von Marcel in Bereichen wie Creator- und Influencer-Marketing, Sport, Kultur, Content Intelligence sowie KI-gestützter Suche und Entdeckung ausbauen. Das Unternehmen beschreibt diesen Schritt als Weiterentwicklung: weg von der Automatisierung von Aufgaben, hin zu agentischen Lösungen, die Chancen erkennen und zum Wachstum der Kunden beitragen sollen.
Hagedorn kam 2022 von Omnicom zu Publicis. Nach Angaben des Unternehmens haben er und Levine Archer in den vergangenen vier Jahren an dessen Transformation in den Bereichen Daten und künstliche Intelligenz mitgewirkt.
Von der Vernetzung von Mitarbeitenden zur Entwicklung von Kundenagenten
Marcel wurde 2017 als Plattform gestartet, um die Menschen, das Wissen und die Kompetenzen von Publicis miteinander zu verbinden. Inzwischen dient sie auch der Entwicklung von KI-Agenten. Publicis zufolge kommt die Plattform bereits bei Projekten für mehr als 90 Kunden zum Einsatz und umfasst Tausende agentischer Fähigkeiten, die von den Mitarbeitenden des Unternehmens entwickelt wurden.
Der Ausbau stützt sich auf die Kompetenzen von Publicis Sapient, Epsilon und Lotame. Der Ansatz besteht darin, Unternehmens-, Verbraucher- und Marketingdaten mit menschlicher Expertise zu kombinieren, um auf jedes Unternehmen zugeschnittene Werkzeuge zu entwickeln. Publicis erklärt, dass die Kunden Eigentümer ihrer Daten bleiben und die Kontrolle darüber behalten.
Damit soll Marcel von allgemeinen KI-Assistenten abgegrenzt werden. Der Ansatz bedeutet nicht, auf große Modelle zu verzichten: Die Plattform kann jede Aufgabe an das aus ihrer Sicht am besten geeignete Modell weiterleiten, statt an einen einzigen Anbieter gebunden zu sein. Das Unternehmen erklärt, die Agenten stützten sich in erster Linie auf Daten und Wissen des jeweiligen Kunden sowie von Publicis. Die verfügbaren Informationen erläutern jedoch nicht, wie dieses Kriterium in allen Fällen angewendet wird.
Das Ziel: von operativer Effizienz zu Wachstum
Die angekündigte Strategie zielt darauf ab, KI nicht auf die Beschleunigung bestehender Prozesse zu beschränken. Publicis will, dass die Agenten dabei helfen, Geschäftschancen zu erkennen, Entscheidungen zu unterstützen und Initiativen über verschiedene Kanäle hinweg umzusetzen. Zu den genannten Bereichen zählen Creator-Marketing, Sport und Live-Erlebnisse sowie KI-gestützte Werkzeuge für Entdeckung und Handel.
Carla Serrano, Chief Strategy Officer von Publicis Groupe, beschrieb den nächsten Schritt als die Schaffung neuer Wachstumsquellen und nicht bloß als eine Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu beschleunigen. Hagedorn erklärte seinerseits, der Wert eines Agenten hänge davon ab, was er weiß, wie er schlussfolgert und welche Ergebnisse er liefern kann. Das sind Ziele und Einschätzungen der Unternehmensleitung; die Ankündigung enthält keine Kennzahlen zu kommerziellen Ergebnissen, die der neuen Struktur zuzuschreiben wären.
Für interessierte Unternehmen gibt es außerdem eine praktische Voraussetzung: Publicis hat darauf hingewiesen, dass Organisationen über ausreichend ausgereifte Daten und KI-Rahmenwerke verfügen müssen, die sich in Marcel integrieren lassen. Das Unternehmen hat keinen einheitlichen Preis veröffentlicht. Laut der Berichterstattung von ADWEEK hängen die Kosten von der agentischen Entwicklung ab, die der jeweilige Kunde benötigt. Die Ernennung erweitert somit den kommerziellen Anspruch der Plattform, bedeutet aber weder, dass alle Organisationen gleichermaßen für ihre Einführung bereit sind, noch dass Preis oder Leistungsumfang einheitlich sind.