Eine Saison mit Absatz, aber sinkenden Preisen
Die Union der Kleinbauern und Viehhalter (UPA) hat die Saison für Sommerobst 2026 in Spanien mit einer negativen Bilanz für die Erzeuger abgeschlossen. Nach Angaben des Verbands begann die Saison mit einer normalen Produktion und einem ausgeglichenen Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Seit Juni seien die Preise jedoch frühzeitig und kontinuierlich gesunken.
UPA führt diese Entwicklung auf den kommerziellen Druck von Zwischenhändlern und Supermarktketten zurück. Ihr Landwirtschaftssekretär Ignacio Huertas erklärt, das Obst sei verkauft worden; der Preisrückgang sei nicht auf eine mangelnde Nachfrage zurückzuführen. Der Verband gibt außerdem an, zu Beginn der Saison in einigen Verkaufsregalen eine bewusste Verknappung von Steinobst festgestellt zu haben. Er führt dies als Beispiel für eine Manipulation des Angebots an. Die herangezogenen Quellen enthalten keine unabhängige Bestätigung dieser Beschwerde.
Die Preisdifferenz zwischen Erzeuger und Verkaufsregal laut UPA
Als Beispiel für den Preisunterschied nennt UPA Steinobst, das dem Erzeuger für 0,55 Euro pro Kilo einschließlich der Kosten abgekauft und im Verkaufsregal in Halbkilo-Schalen für 3,60 Euro pro Kilo angeboten worden sei. Der Verband beziffert die Differenz auf 554 % und fordert mehr Transparenz sowie eine ausgewogenere Verteilung des Werts zwischen den Stufen der Lieferkette.
Der Vergleich zeigt eine Differenz zwischen zwei Preisen, führt jedoch nicht die Kosten und Margen der einzelnen Phasen auf – etwa für Aufbereitung, Transport, Verpackung oder Vermarktung. Für sich genommen lässt sich daraus daher nicht ableiten, welcher Anteil der Differenz den Nettogewinn der einzelnen Unternehmen darstellt. Die zentrale Kritik von UPA lautet, dass der den Erzeugern gezahlte Preis ihrer Auffassung nach den Wert, den das Produkt im Verkauf an Verbraucher erreicht, nicht angemessen widerspiegelt.
Arbeitskräfte, Betriebsmittel und ausländische Konkurrenz
Der Verband sieht das Problem nicht allein bei den Preisen. Er weist darauf hin, dass Erzeuger von Steinobst, Melonen und Wassermelonen Schwierigkeiten haben, Arbeitskräfte zu finden, dass nicht genügend Wirkstoffe für den Umgang mit Schädlingen und Krankheiten verfügbar sind und dass sie mit Importen aus Drittstaaten konkurrieren müssen, die UPA als unlauteren Wettbewerb bezeichnet.
Nach Einschätzung des Verbands kann die Kombination aus geringer Rentabilität und Produktionshindernissen die Fortführung der Betriebe und den Generationenwechsel erschweren. Dabei handelt es sich um eine vom Verband geäußerte Sorge und nicht um eine Folge, die anhand der veröffentlichten Daten zur Saison beziffert wurde.
UPA zur Finanzierung der künftigen GAP
UPA lehnt außerdem den Vorschlag für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab, der nach Angaben des Verbands eine staatliche Kofinanzierung von mindestens 30 % für die sektorale Intervention im Obst- und Gemüsesektor erfordern würde. Das Beratungsgremium des Verbands fordert, mindestens die derzeitige Finanzierung beizubehalten, und beschreibt die geltende Regelung mit 50 % aus europäischen Mitteln und 50 % zulasten der Erzeugerorganisationen.
Der Streit betrifft die Finanzierung dieser sektoralen Intervention im Rahmen der künftigen GAP. Die verfügbaren Informationen geben die Position von UPA wieder, lassen jedoch nicht erkennen, wie die Verhandlungen ausgehen oder welche endgültigen Bedingungen gelten werden.