Die Regierung Brasiliens prüft Maßnahmen, um Unternehmen bei der Neuorganisation ihrer Abläufe angesichts der Änderungen des als 6x1 bekannten Arbeitsrhythmus zu unterstützen – sechs Arbeitstage und ein Ruhetag. Finanzminister Dario Durigan erklärte, dass Branchen wie Veranstaltungen, Bars und Restaurants während der Umstellung gezielte Unterstützung benötigen könnten.
Zu den geprüften Optionen zählen Kreditlinien für Innovationen und Schulungsprogramme, darunter Angebote, die gemeinsam mit dem Brasilianischen Dienst zur Unterstützung von Kleinst- und Kleinunternehmen (Sebrae) entwickelt werden könnten. Ziel ist es Durigan zufolge, Investitionen in Technologie und Prozessverbesserungen zu erleichtern, damit die Produktivität erhalten bleibt, während die Betriebe ihre Arbeitsorganisation anpassen.
Welche Unterstützungsangebote geprüft werden
Der Minister bezeichnete die Initiativen als Vorschläge, die noch geprüft werden: Die Regierung untersucht weiterhin, welche Tätigkeiten und Unternehmen besonders betroffen sein könnten. Daher wurden noch keine Beträge, Bedingungen oder Fristen für mögliche Finanzierungslinien bekannt gegeben, die speziell mit dem Übergang zu einer neuen Arbeitszeitregelung verbunden sind.
Die Schulungen mit Sebrae sind als Möglichkeit gedacht, insbesondere kleinere Betriebe bei der Modernisierung ihrer Prozesse und der Vorbereitung ihrer Beschäftigten zu unterstützen. Die verfügbaren Informationen enthalten keine Einzelheiten zum Zeitplan, zu den Zugangsvoraussetzungen oder zum geografischen beziehungsweise branchenspezifischen Umfang dieser Programme.
Durigan erklärte außerdem, die Regierung habe den Kreditrahmen für Kleinunternehmen von 250.000 auf 500.000 Real erhöht. Den verbreiteten Informationen zufolge umfasst dieser Rahmen Kredite für Betriebskapital; es wurde nicht angegeben, dass es sich um eine ausschließlich zum Ausgleich der Arbeitszeitänderung geschaffene Kreditlinie handelt.
Die Arbeitszeitänderung und ihre Grenzen
Die Reform sieht eine schrittweise Verkürzung der maximalen Wochenarbeitszeit von 44 auf 40 Stunden vor, verbunden mit zwei bezahlten Ruhetagen und ohne Lohnkürzung. Die Änderung betrifft den brasilianischen arbeitsrechtlichen Rahmen; die konsultierten Quellen führen hier weder den vollständigen Umsetzungszeitplan noch die für einzelne Branchen oder Beschäftigungsformen geltenden Regeln auf.
Durigan zufolge fallen in Brasilien bereits 68 bis 70 Prozent der Arbeitsplätze nicht mehr unter das 6x1-Modell. Dennoch müsse die Auswirkung anhand der Merkmale der jeweiligen Tätigkeit und des jeweiligen Unternehmens beurteilt werden, erklärte er. Die Zahl allein legt weder fest, welche Betriebe Unterstützung beantragen können, noch wie viel die Umstellung kosten würde.
Für Unternehmen besteht die konkrete Information derzeit darin, dass Kredit- und Schulungsangebote geprüft werden. Die Erhöhung des Kreditrahmens für Kleinunternehmen bezeichnete der Minister dagegen bereits als geltende Maßnahme. Die Förderbedingungen und Einzelheiten der neuen Programme müssen noch festgelegt werden.