Netzverstärkung für mehr Nachfrage und erneuerbare Energien
Der neue Vorschlag zur Stromnetzplanung der Kanaren bis 2030 sieht 26 Umspannwerksanlagen, 452 Kilometer neue Leitungen und die Verstärkung weiterer 26 Kilometer bestehender Leitungen vor. Das Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung (Miteco) änderte den Plan, nachdem es 2.566 Stellungnahmen geprüft hatte, die während der Anhörungsphase eingereicht worden waren.
Die Änderungen umfassen vier Umspannwerksanlagen mehr als der ursprüngliche Vorschlag sowie 26 zusätzliche Schaltfelder, die vor allem die Verteilnetze stärken sollen. Der Staatssekretär für Energie, Joan Groizard, stellte die Änderungen dem kanarischen Minister für ökologischen Wandel und Energie, Mariano Hernández Zapata, bei einem Treffen am 23. Oktober 2026 vor.
Ziel ist es, die Stabilität der insularen Stromsysteme zu verbessern und die Kapazität für den Anschluss neuer Verbraucher und Erzeugungsanlagen auszubauen. Die Planung dimensioniert die Netze für 0,4 GW zusätzliche Nachfrage; zu den vorgesehenen Schwerpunkten zählen die Elektrifizierung der Häfen und Wohngebäude. Außerdem sieht sie Kapazitäten für die Integration von rund 2,2 GW erneuerbarer Energieerzeugung vor.
Diese Zahlen beschreiben die in der Planung vorgesehene Kapazität und nicht bereits angeschlossene Erzeugung oder Verbräuche. Der Vorschlag muss noch das weitere Verfahren durchlaufen; den verfügbaren Informationen zufolge legt er keine Ausführungstermine für einzelne Bauvorhaben fest.
Vorrangige Maßnahmen auf mehreren Inseln
Zu den als vorrangig eingestuften Maßnahmen zählen Drosselspulen und Synchronkompensatoren, Anlagen, die zur Verbesserung der Systemstabilität beitragen. Der Vorschlag umfasst außerdem Verstärkungen bestimmter Stromkorridore:
- Auf La Palma die stärkere Vernetzung des Netzes.
- Auf Teneriffa eine neue Nord-Süd-Achse und den Westringschluss.
- Auf Lanzarote die Achse Tías–Playa Blanca.
- Auf Gran Canaria die Verstärkung der Nord-Süd-Achse.
Der Plan enthält zudem Maßnahmen, um die technischen Arbeiten und das Verwaltungsverfahren für eine künftige Stromverbindung zwischen Gran Canaria und Fuerteventura voranzubringen. Für den Bau dieser Verbindung wurde kein Termin mitgeteilt. Auf Teneriffa werden Infrastrukturen für die künftige Einbindung des Pumpspeicherkraftwerks Güímar vorbereitet.
Verstärkung der Verteilnetze
Die Planung steht auch im Zusammenhang mit einer im Sommer 2026 von der Regierung verabschiedeten Vorschrift. Demnach müssen die Verteilnetze in Inselgebieten, in denen die Zahl der Unterbrechungen über dem nationalen Durchschnitt liegt, spezifische Verstärkungen vorsehen – auch wenn die geltenden Grenzwerte eingehalten werden.
Für Unternehmen und Projekte, die einen Stromanschluss benötigen, weist der Plan eine Handlungsrichtung auf: die Netzkapazität stärken und die Integration neuer Verbraucher und erneuerbarer Energien vorbereiten. Der Vorschlag macht jedoch keine Angaben zur Anschlussverfügbarkeit für einzelne Projekte und ersetzt weder erforderliche Genehmigungen noch die Verfahren für die jeweilige Infrastruktur. Die konkrete Ausgestaltung hängt von der weiteren Entwicklung der Planung und den anschließenden Verfahren ab.